Queer am Arbeitsplatz

Das Projekt „Queer am Arbeitsplatz“ des LSVD Sachsen bringt Menschen aus Unternehmen, Verbänden und Gewerkschaften zusammen, um die Regenbogenkompetenz in der sächsischen Arbeitswelt zu erhöhen. In Workshops, Fachgesprächen und Vernetzungstreffen möchte das Projekt deutlich machen, dass Unternehmen dadurch nicht nur die Diversität ihrer Belegschaft fördern können, sondern auch dazu beitragen, dass Ressentiments abgebaut und Diskriminierung entgegen gewirkt werden kann.

In der sächsischen Arbeitswelt erleben LSBTI-Beschäftige (Lesben, Schwule, Bisexuelle, trans- und intergeschlechtliche Menschen) immer noch Ausgrenzung, Mobbing und Diskriminierung. Viele Arbeitnehmer*innen können zwar offener mit ihrer sexuellen und geschlechtlichen Identität umgehen als noch vor zehn Jahren. Gleichwohl gibt es eine Vielzahl von Menschen, die aus Angst vor Diskriminierung und Mobbing nicht über ihre sexuelle und geschlechtliche Identität am Arbeitsplatz sprechen können oder wollen.

Zur Entfaltung von Talenten und Fähigkeiten ist Sichtbarkeit und Offenheit sowie ein respektvolles Arbeitsklima jedoch wichtig. Ressentiments und Diskriminierung gefährden nicht nur den Zusammenhalt in Unternehmen sondern machen Mitarbeitende krank und wirken sich somit auch negativ auf den Unternehmenserfolg aus.

Das Projekt „Queer am Arbeitsplatz“ des Lesben- und Schwulenverbands (LSVD) Sachsen will hier ansetzen und Impulsgeber für die sächsische Unternehmenswelt werden. Das Ziel, die Stärkung der Regenbogenkompetenz, das heißt des diskriminierungsfreien Umgangs mit Themen der sexuellen und geschlechtlichen Vielfalt, soll gemeinsam mit Unternehmen, Verbänden und Gewerkschaften erreicht werden. Das Projekt möchte diese Akteure zusammenbringen, sensibilisieren und einen zielgerichteten Fachaustausch über Vielfalt in der Arbeitswelt ermöglichen. Darüber hinaus möchte das Projekt deutlich machen, dass Unternehmen durch geeignete Maßnahmen nicht nur die Diversität ihrer Belegschaft fördern, sondern auch das eigene Betriebsklima nachhaltig verbessern können. Dadurch können Ressentiments abgebaut und Diskriminierung entgegengewirkt werden sowie Sachsen und seine Arbeitswelt attraktiver für LSBTI* gemacht werden.

Unsere Beratungsstelle steht allen Interessierten in Unternehmen, Verbänden und Gewerkschaften offen. Mit regelmäßigen Veranstaltungen und Veröffentlichungen informieren wir zugleich über aktuelle Entwicklungen und leisten Hilfestellung.

Bei Fällen von Diskriminierung oder Mobbing am Arbeitsplatz stehen wir ebenfalls als Ansprechpartner zur Verfügung und leiten die Vorfälle auf Wunsch auch an entsprechende spezialisierte Opferberatungsstellen weiter.

Wöchentlich : LGBTIQ – Diversity im Arbeitsumfeld
In regelmäßgen Abständen ist es möglich, online in vertraulicher Atmosphäre mit und ohne Bild, telefonisch oder auch per Mail Fragen zum Thema LSBTI* in der Arbeitswelt zu stellen. Hierbei kann es u.a. um Massnahmen zum Abbau von Diskriminierung im Unternehmen und Organisationen, Inklusion und Diversität gehen. Sie stellen die Fragen, wir antworten und helfen. Mit einer Mail an unten stehende Kontaktadresse ist man dabei.

Denn: Diversität beginnt im Kopf.

Kontakt
LSVD Sachsen
Queer am Arbeitsplatz
Michel Röhricht (Projektkoordination)
Hilbersdorfer Str.74
09131 Chemnitz

michel.roehricht@lsvd.de

Tel.: 0371/35146562
Mobil: 0176/31630051

Veranstaltungen zu ausgewählten Themen:

29.06.2021 18.00 Uhr Best Practice und Pinkwashing – direkt nach dem Stonewall Day

Onlineseminar mit kleinem Talk

Wie erreiche ich mit LSBTI*-sensibler Ansprache meine Zielgruppen und vermeide LSBTI*-Ressentiments in Werbung und Kommunikation, aber auch Pinkwashing? Es werden an Hand von Praxisbeispielen Kenntnisse und Handlungsmassnahmen vermittelt, um eine lebensnahe und inkluidierende, aber auch Pinkwahsing vermeidende Zielgruppenansprache zu ermöglichen. Die Anmeldung zum Link erfolgt per Mail.

14.07.2021 17.00 Uhr Onlinetalk zum Thema Nichtbinäre Menschen anlässlich des International Non-Binary Day (im Rahmen des CSD Leipzig)

An diesem Tag wollen wir uns inklusiv mit nicht-binären Menschen in der beruflichen Welt beschäftigen. Wie spreche ich eine inklusive Sprache, ohne zu verletzen, worauf sollte ich als Arbeitgeber*in achten, wie gelingt die Sichtbarkeit. Eingeladen sind alle LSBTI*, Interessierten und Arbeitgebende, Mitarbeitende, alle u.a.. Nach einer kurzen Einführung gibt es einen kleinen Talk mit Menschen die aus ihrer Sicht berichten und Mut machen wollen. Die Anmeldung zum Link erfolgt per Mail.

27.07.2021 17.00 Uhr Expert*innenrunde Queer und Arbeit im Vorfeld des CSD Chemnitz

Geplant: Kriterien eines Best-Practice-Beispiels

Ein muss für jede Arbeitgeber*in: Rechtliche Grundsätze und visuelle, kommunikative und andere Kriterien spielen bei Bewerbungen, Einstellungen, im kollegialen Alltag und in der betrieblichen Organisation eine gewichtige Rolle.

Zusammen mit Partner*innen und Menschen aus der beruflichen Welt werden in entspannter Atmosphäre Strategien vorgestellt und diskutiert, wie man Unternehmen, Organisationen und Verwaltungen inklusiv agieren können. Die Anmeldung zum Link erfolgt per Mail.

26.08.2021 17.00 Uhr Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit – Kampagnen und Social Media

Onlineseminar

Wenn um Zielgruppen wie LSBTI* ein großer Hype gemacht wird, werden oft Charaktere von Menschen fehlerhaft dargestellt und man bedient sich unbewusst Klischees und Stereotypen, die dann doch letzten Endes wieder zu Stigmatisierung und Zuweisung nur bestimmter Eigenschaften führen. LSBTI* sind eine sehr heterogene Bevölkerungsgruppe, die sehr vielgestaltig ist und keinen gängigen Klischees entsprechen. Dabei sollten platte Klischees nicht vorkommen, erstens um sich Ablehnung z.B. in Sozialen Medien zu ersparen und zum anderen nicht alte Rollenbilder wiederaufleben bzw. neue entstehen zu lassen. Die Anmeldung zum Link erfolgt per Mail.

23.09.2021 17.00 Uhr Onlineveranstaltung anlässlich des Celebrate Bisexuality Day und der Bundestagswahl.

Erfolge der Sichtbarkeit im Hier und Jetzt für LSBTI*, darunter auch Bisexuals und Non-Binaries.

Der Weg von der ersten Bewegung für geschlechtliche Vielfalt bis zur sexuellen Pluralität heute war lang und steinig und muss auch jetzt hart erkämpft werden. Auch in der Wirtschafts- und Berufswelt bewegen sich LSBTI* in ihrem Umfeld, ob in Religionsgemeinschaften,Behörden, Unternehmen und Organisationen. Wie sieht die aktuelle Situation aus, auch gerade und wegen Corona? Wie steht es derzeit um die Lebenslagen und beruflichen Entwicklungsmöglichkeiten in Sachsen?

Ist Sachsen für LSBTI* ein sicherer und l(i)ebenswerter Wohn- und Arbeitsort? Dem wollen wir auf den Grund gehen. Die Anmeldung zum Link erfolgt per Mail.

11.10.2021 17.00 Uhr Veranstaltung zum Thema Coming Out anlässlich der Vorstellung der Kommunikationskampagne von Queer am Arbeitsplatz

Klaus Wowereit, ehemaliger Regierender Bürgermeister der Stadt Berlin, outete sich vor 20 Jahren als einer ersten bundesdeutschen Politiker*innen und und war damit auch Vorreiter eines Öffnungsprozesses in der breiten Öffentlichkeit, dem sich viele weitere Personen, auch Menschen, die nicht immer im Rampenlicht stehen, anschlossen und sich zu ihrer sexuelle Identität bekannten. Andere Protagonisten wie von #ActOut folgten ihm, auch viele Jahre später ist dieses Thema nicht von der Bildfläche verschwunden.

Dies wollen wir feiern und gleichzeitig die neue Kommunikationskampagne des Projektes vorstellen. Die Anmeldung zum Link erfolgt per Mail.

25.11.2021 17.00 Uhr Stand von LSBTI*-Beschäftigten in aller Welt – Onlinetalk

Ausgehend vom internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen widmen wir uns der Situation von z.B. weiblichen Beschäftigten in ihrem Arbeitsumfeld in aller Welt. Jede rückwärts gewandte Entwicklung von Grundrechten in aller Welt beschneidet auch alle weitergehenden Rechte, so auch die von LSBTI* auf allen Kontinenten.

Diese Situation wollen wir an Hand eines Online-Talks beleuchten und einen Vergleich mit dem Freistaat Sachsen wagen. Denn dieser setzt zunehmend auch auf Berufstätige aus anderen Ländern und bundesweiten Zuzug. Darunter befinden sich auch LSBTI*.Die Anmeldung zum Link erfolgt per Mail.

10.12.2021 17.00 Uhr Diversity rundherum : LSBTI* intersektional gedacht Onlineseminar anlässlich des Tages der Menschenrechte

Sexuelle Vielfalt ist mit vielen weiteren Diversitätsmerkmalen verbunden. LSBTI*haben oft einen Migrationshintergrund, sind behindert, in höherem Alters oder sind unterschiedlichen Glaubens. Dabei kann nicht jedes Merkmal auch im beruflichen Kontext für sich alleine betrachtet werden, sondern können nur zusammen betrachtet werden. Dabei sollen LSBTI* verschiedensten Biographien, Erfahrungen und persönlichen Merkmalen zu Wort kommen und aus ihrem oft beschwerlichen, aber selbstbewussten Alltag berichten mit dem Ziel, anderen Mut zu machen.Die Anmeldung zum Link erfolgt per Mail.

Diese Maßnahme wird mitfinanziert durch Steuermittel auf der Grundlage des vom Sächsischen Landtag beschlossenen Haushaltes.