"Toleranz sollte eigentlich nur eine vorübergehende Gesinnung sein: Sie muss zu Anerkennung führen. Dulden heißt beleidigen." Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832)

16.06.2013
Erster CSD in Chemnitz hat Erwartungen der Veranstalter weit übertroffen – 250 Demo-Teilnehmer – 600 Besucher des Straßenfestes!
Anlässlich des ersten Christopher Street Day (CSD) in Chemnitz am 15. Juni 2013 erklärt Tom Haus, Organisator des CSD und Mitglied im Vorstand des LSVD Sachsens:
Die Stadt Chemnitz präsentierte sich beim ersten CSD als weltoffene Stadt.
Um 12 Uhr startete mit etwa 250 TeilnehmerInnen am Schillerplatz eine fordernde Parade, die über Bahnhofstr., Theaterstr. und Düsseldorfer Platz in die Innenstadt führte. Gegen 14 Uhr eröffnete unsere SchirmherrIn OberbürgermeisterIn Frau Barbara Ludwig persönlich das Straßenfest auf dem Wall am Roten Turm und zeigte damit, dass für die Stadt Chemnitz Toleranz und Vielfalt ein wichtiges Gut ist. Im Vorfeld der OberbürgermeisterInnen-Wahl bekundeten auch alle anderen KandidatInnen geschlossen in einer anschließenden Podiumsdiskussion, wie wichtig Ihnen der CSD selbst ist und seine politischen Anliegen für Chemnitz sind.
Den ca. 600 Besuchern des Straßenfestes wurde ein umfangreiches Kulturprogram geboten. Neben dem Live-Auftritt der griechischen Sängerin Elia Goussie (http://www.youtube.com/user/EliaMusicTV) waren weitere Highlights: politsatirische Travestieauftritte mit Dr. h. c. Christel Rebecca von Holdt vom DIHH, eine Modenschau unseres Hauptsponsors, der Chemnitzer Modemarke Bruno Banani. Musikalisch untermalt wurde der CSD Chemnitz durch die DJ´s Nano 42, Shaolin 42 und DJ Quest aus der Fraktion 42 sowie DJ MarKX.
Dem Chemnitzer CSD waren in einer Programmwoche verschiedene Veranstaltungen von unterstützenden Vereinen sowie ein queeres Filmfest vorausgegangen.
Dank der guten Zusammenarbeit zwischen Stadt und Veranstalter lief die Parade ohne Probleme ab. Der CSD hätte nicht ohne die finanzielle Unterstützung unserer Sponsoren durchgeführt werden können. Daher ergeht unser Dank auch explizit an bruno banani, Lesben- und Schwulenverband (LSVD), Piraten Chemnitz, Grüne Jugend und das Weltecho. Wir vom sächsischen Landesverband des LSVD danken außerdem allen weiteren Unterstützern und Teilnehmern des CSD Chemnitz. Eine Fortsetzung ist zum 14. Juni 2014 geplant.
Bilder und Videos finden Sie unter:
www.csd-chemnitz.de und https://www.facebook.com/csdchemnitz
Unterstützer in chronologischer Reihenfolge:
AIDS-Hilfe Chemnitz e.V., bruno banani – not for everybody, Bündnis 90 / Die Grünen und Grüne Jugend, Clubsauna Outside, Die Linke und linksjugend solid', different people e.V., Downtown Lounge, Lesben- und Schwulenverband (LSVD), N´Dorphin Club e.V, FDP Chemnitz und Jungliberale JuLis, IKEA, MS Beat Festival, Piratenpartei, SPD und Schwusos, Stadt Chemnitz – Stadt der Moderne, Stay Rebel-Festival, Weltecho
Mit freundlichen Grüßen
Tom Haus
Mitglied im Landesvorstand des LSVD Sachsen
Ansprechpartner Projektbetreuung
Tel.: 0172 / 3616948
e-mail: tom.haus@lsvd.de
LSVD Sachsen
Postfach 01 76
09001 Chemnitz
Zu dem Bildzeitungsartikel: „Linke wollen ‚SCHWUL–Unterricht‘ einführen“ vom 03.06.2013 erklärt Hartmut Rus, Mitglied im Vorstand des LSVD-Sachsen:
Der Bild-Autor Andreas Harlass macht mit homophoben Behauptungen Stimmung gegen Homosexuelle und linke Politiker. So etwas gab es bisher nur in Russland, Uganda und ähnlichen homophoben Staaten.
Bereits die Überschrift: „Linke wollen, SCHWUL–Unterricht‘ einführen“, ist eine Irreführung und bedient Ängste gegen Homosexuelle. Die „Kronzeugin“ von BILD, Gabriele Kuby, ist als eifernde Kämpferin gegen die Gleichstellung von Frauen, Homosexuellen und anderer Minderheiten bekannt. Sie warnt mal wieder, dass Aufklärungsunterricht in der Schule die Kinder in die Homosexualität „treibe“. Gleichzeitig macht Bild Wahlkampfwerbung für die CDU, die den Aufklärungsunterricht an sächsischen Schulen verhindern werde, wenn die „FDP nicht aus der Reihe tanzt“.
Wahr ist: Es gibt mehrere Vorschläge von SPD, Grüne, Linke, CDU und FDP, den Aufklärungsunterricht an sächsischen Schulen zu reformieren. Die Vorschläge liegen nicht weit auseinander. Demgemäß waren sich in den Ausschüssen alle Fraktionen einig, dass mehr geschehen muss. Aber das verschweigt Bild und greift stattdessen einseitig die Linke an.
Es sollen natürlich keine Sexualpraktiken in der Grundschule vermittelt werden, wie der Artikel suggeriert. Davon abgesehen kann Homosexualität weder erlernt, noch kann man dazu verführt werden. Mit solchen Behauptung arbeiten die christlich-fundamentalistischen Sekten in den Entwicklungsländern und heizen so die Pogromstimmung gegen Homosexuelle an. Diese bewusst geschürte homophobe Stimmung führt immer wieder zu Hassverbrechen mit tödlichen Folgen.
Solchen menschenfeindlichen Ideologien und diffamierenden Artikeln muss die Stirn geboten werden. Die CDU ist aufgerufen, sich von diesem fragwürden Werbeartikel zu distanzieren. Alle demokratischen Parteien sind aufgerufen, bei der Neugestaltung des Aufklärungsunterrichts ohne Vorurteile sachlich zusammen zu arbeiten. Der BILD-Artikel zeigt, wie notwendig sachlich fundierte Aufklärung ist.
Link zum Artikel der Bildzeitung:
http://www.bild.de/regional/dresden/bildung/eine-irre-idee-aus-sachsen-30660354.bild.html
Sachbezogene Informationen zu den ideologischen Hintergründen der homophoben Theorien auf :
www.mission-aufklaerung.de
Anlässlich des Internationalen Tages gegen Homophobie und Transphobie setzten am 17. Mai 2013 insgesamt über 1300 Menschen in Plauen, Pirna, Chemnitz, Leipzig und Dresden gemeinsam ein starkes Zeichen gegen Gewalt und Vorurteile gegenüber Lesben, Schwulen, bi-, inter- und transsexuellen Menschen.
Bei dem sogenannten RAINBOWFLASH lassen die Sachsen gemeinsam über Tausend bunte Luftballons mit kleinen Nachrichten gegen Homophobie in den Himmel steigen. Diese vom LSVD Sachsen koordinierte Aktion wird in Zusammenarbeit vieler Partner (s.u.) organisiert.
Der RAINBOWFLASH ist auch ein Zeichen der Verbundenheit mit den Menschen in den über 70 Ländern, in denen Homosexualität noch immer strafbar ist. In sieben Ländern werden homosexuelle Handlungen sogar mit der Todesstrafe belegt. Auch deswegen findet die Aktion in insgesamt in weit über 80 Städten auf der Welt statt – von Novosibirsk bis New York, von Paris bis Vladivostok, von Peking bis Murmansk teileweise unter schwierigen Bedingungen statt. Und eben in Pirna, Plauen Dresden, Leipzig und Chemnitz!
Auf Verlangen von christlichen Kirchen und rechtextremen Parteien ist in Russland seit letztem Jahr der Rainbowflash strafbar. Wer ein positives Bild von Homo- oder transsexuellen Menschen zeichnet, wird bestraft, weil man die Jugend schützen wolle. Das zunehmende homophobe Klima in Russland hat vor einigen Tagen zu einem weiteren Todesopfer geführt, weil sich einige rechtsextreme Russen in ihren patriotischen Gefühlen durch ein Coming-Out verletzt sahen. Die sachsenweite Demo heute erinnerte deswegen auch an Wladislaw Tornowoi, den 23-Jährigen, der in der letzten Woche in Wolgograd ermordet worden war.
Der LSVD Sachsen dankt allen Sponsoren und Partnern für die erfolgreiche Zusammenarbeit.
Lesben-und Schwulenverband – Landesverband Sachsen (LSVD Sachsen) www.sachsen.lsvd.de
CSD Chemnitz, CSD Leipzig, CSD Dresden, CSD Pirna, different people e.V., RAA Sachsen e.V., Initiative 2=2, Sportclub ROSALÖWEN e. V. Leipzig, Gerede - homo, bi und trans e.V., Frauenkultur / Kulturfabrik Leipzig Leipzig, RosaLinde Leipzig e.V , Dresden, Jungs – Jugendgruppe Leipzig, QueerAmnesty, Jugendparlament Plauen, Forum Kunst / Plauen e.V., AIDS-Hilfe Chemnitz e.V., AIDS-Hilfe Dresden e.V., AIDS-Hilfe Leipzig e.V., Studentenrat der TU Dresden, Schlau Dresden, SPD Chemnitz, Schwusos Sachsen, Linksjugend ['solid] Vogtland, DIE LINKE. Stadtverband Chemnitz, DIE LINKE Leipzig, DIE LINKE. Dresden, Jugendhaus Roter Baum e.V., linXXnet Leipzig, AKuBiZ e.V., Piratenpartei KV Chemnitz, Piratenpartei KV Leipzig, Piratenpartei KV Dresden, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Dresden, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Leipzig, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Chemnitz, FDP Leipzig, FDP Dresden, Jan Mücke MdB – FDP, Dr. Barbara Höll MdB – Die Linke, Michael Leutert MdB – Die Linke, Monika Lazar MdB - BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, Holger Krahmer MdEP - FDP, Jusos Chemnitz
Rainbowflash 2013 - Ein starkes Zeichen gegen Homophobie und Transphobie an Sachsens Himmel!
Bei dem sogenannten RAINBOWFLASH lassen die Sachsen gemeinsam über tausend bunte Luftballons mit kleinen Nachrichten gegen Homophobie in den Himmel steigen. Mögen Ihre Botschaften an den richtigen Stellen landen! Diese vom LSVD Sachsen koordinierte Aktion wird in Zusammenarbeit vieler Partner organisiert.
Der RAINBOWFLASH ist auch ein Zeichen der Verbundenheit mit den Menschen in den über 70 Ländern, in denen Homosexualität noch immer strafbar ist. In sieben Ländern werden homosexuelle Handlungen sogar mit der Todesstrafe belegt. In Russland werden die Rainbowflashs seit diesem Jahr wieder staatlich verfolgt. Auch deswegen findet die Aktion (mehr oder weniger offiziell) in insgesamt in weit über 80 Städten auf der Welt statt – von Novosibirsk bis New York, von Paris bis Vladivostok, von Peking bis Murmansk. Und eben in Pirna, Plauen, Chemnitz, Leipzig, Dresden!
Der RAINBOWFLASH 2013 läutet außerdem auch die CSD-Saison in Sachsen ein. Es gibt dieses Jahr insgesamt vier CSDs in Sachsen. In Dresden beginnt die CSD Woche (www.csd-dresden.de) bereits am 31.Mai 2013 und endet am 02. Juni 2013, gefolgt vom CSD Chemnitz (www.CSD-Chemnitz.de) am 15. Juni 2013 und dem CSD Pirna am 22. Juni 2013. Die CSD-Woche Leipzig ist vom 12.- 20. Juli 2013 (www.csd-leipzig.de).
Pirna: Markt
Plauen: Theaterplatz
Chemnitz: am Roten Turm
Leipzig: Augustusplatz
Dresden: Theaterplatz
Partner: CSD Chemnitz, CSD Leipzig, CSD Dresden, CSD Pirna, different people e.V., RAA Sachsen e.V., Initiative 2=2, Sportclub ROSALÖWEN e. V. Leipzig, Gerede - homo, bi und trans e.V., Frauenkultur / Kulturfabrik Leipzig Leipzig, RosaLinde Leipzig e.V , Dresden, Jungs – Jugendgruppe Leipzig, QueerAmnesty, Jugendparlament Plauen, Forum Kunst / Plauen e.V., AIDS-Hilfe Chemnitz e.V., AIDS-Hilfe Dresden e.V., AIDS-Hilfe Leipzig e.V., Studentenrat der TU Dresden, Schlau Dresden, SPD Chemnitz, Schwusos Sachsen, Linksjugend ['solid] Vogtland, DIE LINKE. Stadtverband Chemnitz, DIE LINKE Leipzig, DIE LINKE. Dresden, Jugendhaus Roter Baum e.V., linXXnet Leipzig, AKuBiZ e.V., Piratenpartei KV Chemnitz, Piratenpartei KV Leipzig, Piratenpartei KV Dresden, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Dresden, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Leipzig, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Chemnitz, FDP Leipzig, FDP Dresden, Jan Mücke MdB – FDP, Dr. Barbara Höll MdB – Die Linke, Michael Leutert MdB – Die Linke, Monika Lazar MdB - BÜNDNIS 90/DIE GRÜNE Jusos Chemnitz

1. April 2013
Anlässlich der Gründung des Deutschen Instituts zur Heilung von Heterosexualität (DIHH) durch den LSVD Sachsen erklärt Dr. h. c. Christel Rebecca von Holdt, Leiterin des DIHH:
Tagtäglich haben sich Menschen, die unter ihren unerwünschten heterosexuellen Gefühlen leiden an den Lesben- und Schwulenverband Sachsen gewandt. Sie wünschten sich eine Entwicklung ihres homosexuellen Potentials, doch mussten sie lange Zeit enttäuscht weggeschickt werden. Mit dem Deutschen Institut zur Heilung von Heterosexualität (DIHH) können wir nun endlich fachkompetente Heteroheilungskurse anbieten.
Denn Heterosexualität ist nicht angeboren. Oftmals ist sie Folge sexuellen Missbrauchs, Verführung oder anderen traumatischen Erfahrungen. Laut langjährigen, intensiven Forschungen können heterosexuelle Empfindungen auch als Versuch angesehen werden, chronische Bindungsverletzungen aus der Kindheit auszugleichen. In der Heterosexualität werden aus der Kindheit stammende, ungestillte emotionale Bedürfnisse nach Zuwendung und Wertschätzung durch den gegengeschlechtlichen Elternteil sexualisiert. Allerdings bleibt Heterosexualität immer ein vergeblicher Versuch, denn sexuelles Verhalten kann niemals emotionale Verletzungen heilen.
Das DIHH bietet den betroffenen Heterosexuellen an, über mehrere Jahre bei uns zu leben. Mit vorurteilsfreien Gesprächen über ihre Sexualität, aber auch mit Hilfe von Rollenspielen und psychotherapeutischer Begleitung können sie ihre heterosexuellen Gefühle bei uns überwinden. Sie werden selbstbewusste, stabile und glückliche Lesben und Schwule. Diese Therapien werden häufig auch von den Krankenkassen übernommen.
Wir verstehen uns als Pendant zum bereits bestehenden „Deutschen Institut für Jugend und Gesellschaft (DIJG)“ und möchten nun ebenfalls als Mitglied des Diakonie-Dachverbandes die Wahlmöglichkeiten in Sexualitätsheilungsfragen erweitern. Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit mit dem DIJG, der Evangelischen Allianz oder der Organisation Wüstenstrom.
Der LSVD-Bundesverband begrüßt die Gründung des Instituts und wünscht zahlreiche Therapieerfolge. Bündnis 90/Die Grünen, die Linke, FDP und SPD haben ebenfalls ihre Unterstützung zugesagt. Einzig Bundeskanzlerin Merkel sowie einzelne Unionspolitikerinnen und -politiker zeigen sich skeptisch. Sie befürchten die Diskriminierung heterosexueller Minderheiten.
Mehr Informationen unter: www.mission-aufklaerung.de
Pressemitteilung zum Herunterladen
04.03.2013
Bettina Kudla behauptet in Ihrer Pressemitteilung vom 04.03.2013, dass das Kindeswohl durch das Bundesverfassungsgericht nicht berücksichtigt worden sei. Außerdem behauptete sie, dass „alle seriösen wissenschaftlichen Studien“ belegen würden, dass Kinder angeblich nur mit „Mutter und Vater“ am besten aufwachsen könnten. Sie forderte außerdem für die Gesellschaft mehr Zeit ein, um „sich an veränderte Familienbilder zu gewöhnen.“
Zu den Äußerungen über Regenbogenfamilien durch die Bundestagsabgeordnete Bettina Kudla (CDU) erklärt Hartmut Rus für den Landesvorstand des LSVD Sachsen:
Frau Kudla schießt unsachlich daneben. Die CDU-Vizechefin Ursula von der Leyen brachte es diese Woche im Spiegel auf den Punkt: "Ich kenne keine Forschung, die belegt, dass Kinder aus gleichgeschlechtlichen Partnerschaften nicht ebenso behütet ins Leben gehen, wie Kinder von Eltern im traditionellen Sinn".
Ideologische Blockaden haben im Familienrecht nichts zu suchen. Zwölf Jahre Diskussion müssten eigentlich auch für die CDU/CSU genug sein. Ihre Wähler sind schon weiter als deren Vertreter, denn die Mehrheit ihrer Anhänger ist auf Seiten der Homosexuellen. Das Urteil zeigt dem Gesetzgeber, dass hier nur gleiche Rechte der Maßstab sein dürfen. Nach nunmehr fünf Verurteilungen wegen der Diskriminierung der Lebenspartner müsste auch der letzte Hardliner begreifen, dass eine solche Politik rechtswidrig ist.
Der LSVD Sachsen begrüßt daher das positive Urteil des Bundesverfassungsgerichts. Das Urteil stärkt die Rechte von Kindern in gleichgeschlechtlichen Familien.
Bislang war es adoptierten Kindern verwehrt, von der zweiten Mutter oder dem zweiten Vater adoptiert werden zu können. Diese Praxis hat das Gericht als Verstoß gegen das Gleichbehandlungsgebot gewertet und für verfassungswidrig erklärt. Artikel § 9 Abs. 7 LPartG muss nun so ausgelegt werden, dass auch die Co-Adoption durch den anderen Partner bzw. die Partnerin möglich ist. Nun können adoptierte Kinder in Regenbogenfamilien endlich den Kindern in heterosexuellen Familien gleichgestellt werden.
Für diese Regenbogenkinder bedeutet diese Entscheidung eine zusätzliche Rechtssicherheit, sowie verdoppelte Anrechte auf Unterhalt und Erbe.
LSVD Sachsen veröffentlicht Erlebnisbericht zu Homoheilungsseminar in Sachsen
Pressemitteilung des LSVD Sachsen, 04.12.2012
Der Akademikerzweig der Studentenmission Deutschland (SMD) hat am 17. November 2012 im Altenpflegeheim des Diakoniewerks Martinsberg im sächsischen Pausa die Tagung „Homosexualität verstehen“ mit Dr. Christl Vonholdt veranstaltet. Nach dem Besuch erklärt Hartmut Rus, Landesvorstand vom LSVD Sachsen:
Die Veranstaltung war ein Paradebeispiel für die christlich-fundamentalistisch geprägte Homosexuellenfeindlichkeit. Der LSVD Sachsen ist entsetzt, dass die Akademiker Studentenmission und das Diakoniewerk Martinsberg kruden homophoben Thesen ein Forum bieten. Laut Vonholdt ist Homosexualität eine „seelische Störung“ und Folge sexuellen Missbrauchs, Verführung und emotionalen Bindungsverletzungen. Anwesend waren Fachkräfte der evangelischen Jugendarbeit, Therapeutinnen und Ärzte, die sich begeistert zeigten. Es wurde beraten, wie der homoheilerische Ansatz gegenüber Krankenkassen abzurechnen sei. Offensichtlich werden in Sachsen darauf aufbauende Therapiekonzepte angeboten und insbesondere junge verunsicherte Lesben und Schwule zum Selbsthass erzogen. Hier werden Krankenkassen hinters Licht geführt, Entscheidungen der Weltgesundheitsorganisation und therapeutische Standards missachtet und die Würde der Patientinnen und Patienten massiv verletzt. Diesem Handeln müssen Landesregierung und Berufsverbände Einhalt gebieten.
Besonders interessiert zeigte sich der anwesende CDU-Politiker und Plauener Stadtrat Dieter Blechschmidt. So wollte der für seine homophoben Ausfälle bereits bekannte Blechschmidt wissen, wie er seine Meinung vertreten könne, ohne dass es wieder Ärger gibt. Er wurde ermutigt, weiterhin unbequeme Wahrheiten zu äußern und erhielt eine rhetorische Fortbildung für seine Homophobie. Wir fordern die sächsische CDU dazu auf, sich von Herrn Blechschmidt zu distanzieren. Die Landesregierung muss sicherstellen, dass in Sachsen Lesben und Schwule selbstbestimmt, offen und diskriminierungsfrei leben können.
Wir waren erschüttert, die gleichen christlich-fundamentalistischen Argumentationsmuster zu hören, die gegenwärtig in Uganda die Einführung der Todesstrafe und die lebensgefährliche Verfolgung von Lesben und Schwulen legitimieren sollen. Auch in Osteuropa hält Frau Vonholdt ihre Vorträge und legitimiert damit eine zunehmende Rekriminalisierung wie etwa die Antihomosexualitätsgesetze in Russland. Hier müssen die Kirchen in Deutschland deutlich Einspruch dagegen erheben, dass die christliche Religion für die Ausgrenzung von Lesben und Schwulen instrumentalisiert wird.
Zum Hintergrund
Frau Dr. Vonholdt ist Leiterin des Instituts für Jugend und Gesellschaft sowie der Offensive junger Christen. Diese Ökumenische Lebensgemeinschaft unter dem Dach des Diakonischen Werkes der Evangelischen Kirche Deutschlands (EKD) bietet Homosexuellen an, über mehrere Jahre bei sich zu leben, um ihre homosexuellen Gefühle zu überwinden. Ihre Ansichten gelten in der Fachwelt als unwissenschaftlich und gefährlich, doch lässt ihr die evangelische Kirche offenbar freie Hand.
Den Erlebnisbericht um Herunterladen finden hier:
Erlebnisbericht zu Werbeveranstaltung zur Heilung Homosexueller 2012 (324 KB)
Pressemitteilung des LSVD Sachsen vom 04.12.2012 (236 KB)