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Gerede e.V. Dresden: Nach 16 Jahren Förderung: Aus für queere Bildung in Ostsachsen

Sächsisches Staatsministerium für Soziales und gesellschaftlichen Zusammenhalt stampft queeres Schul- und Bildungsprojekt in Dresden und Ostsachsen ein

Sächsisches Staatsministerium für Soziales und gesellschaftlichen Zusammenhalt stampft queeres Schul- und Bildungsprojekt ein – Bild Quelle: Gererde e.V.

Der Lesben- und Schwulenverband (LSVD) Sachsen ist erschrocken, dass eines der wenigen queeren Schul- und Bildungsprojekte in Sachsen nicht mehr durch das zuständige Sächsische Staatsministerium für Soziales und gesellschaftlichen Zusammenhalt von Petra Köpping gefördert wird. Das ist eine absolut falsche Entscheidung.

Kinder und Jugendliche, die der heterosexuellen oder auch herrschenden binärgeschlechtlichen Normvorstellungen nicht entsprechen, sind immer wieder mit Anfeindungen und Gewalt konfrontiert. Ressentiments und LSBTIQ*-feindliche Haltungen treten auch unter den Jugendlichen selbst auf. Bei den U18-Wahlen im Vorfeld der Bundestagswahl haben 16,72 Prozent der jungen Menschen in Sachsen rechtspopulistisch gewählt. Projekte, die für die Akzeptanz von vielfältigen Lebensweisen und Identitäten junger Menschen arbeiten, müssen daher dringend ausgebaut und abgesichert werden.

Sachsen muss junge LSBTIQ* stärken und queere Bildungsprojekte ausbauen

Wir brauchen mehr Schul- und Bildungsprojekte, die bei jungen Menschen für einen unaufgeregten Umgang mit Themen der sexuellen und geschlechtlichen Vielfalt werben und sie gegen LSBTIQ*-feindliche Einstellungen stärken. Gleichzeitig müssen Fachkräfte für einen professionellen und diskriminierungsfreien Umgang mit Themen der sexuellen und geschlechtlichen Vielfalt sensibilisiert werden. Besonders in Sachsen.

In unserem Bundesland haben wir ein massives Problem mit LSBTIQ*-feindlichen Einstellungen. Dass das Ministerium unter Petra Köpping jetzt dieser wichtigen Arbeit des Gerede e.V. den Hahn zudreht, ist völlig unverständlich.

Auf die Frage in den LSVD-Wahlprüfsteinen, welche Vorschläge die SPD in Sachsen hat, um LSBTI*-Beratungs- und Unterstützungsprojekte langfristig und auskömmlich zu finanzieren gab es 2019 noch die folgende Antwort:

„Förderung für wichtige Beratungsinstanzen – das gilt im gesamten Sozialbereich – müssen wir von den kurzen Förderperioden wegbekommen. Erste kleine Schritte haben wir geschafft, das zumindest auf zwei- manchmal dreijährige Förderung zu ändern. Aber bei den Bereichen, wo klar ist, dass wir sie in Zukunft noch lange brauchen werden, müssen wir über Abkommen mit den Beratungs-Trägern zu längerfristigen Lösungen kommen. Auch eine gesetzliche Absicherung sollte mindestens diskutiert werden“

Antwort der SPD Sachsen auf die LSVD-Wahlprüfsteine zur Landtagswahl 2019

Statt langfristigen Lösungen kam jetzt für das Bildungsprojekt des Gerede e.V. das Aus. Als LSVD fordern wir die langfristige Absicherung solcher Bildungsangebote. Der Freistaat Sachsen muss diese Projekt weiterfördern und auch absichern. Wir stehen solidarisch zu unseren Freund*innen vom Gerede e.V.

Nach 16 Jahren Förderung: Aus für queere Bildung in Ostsachsen

Dokumentation der Pressemeldung des Gerede e.V. vom 14.12.2021

Mit großer Bestürzung haben wir am 30.11.2021 vom Sächsisches Staatsministerium für Soziales und gesellschaftlichen Zusammenhalt die Information erhalten, dass unser queeres Schul- und Bildungsprojekt ab 2022 beim Förderprogramm “Weltoffenes Sachsen” nicht weitergefördert wird. Als homofeindlichstes Bundesland ist Sachsen für queere Jugendliche mit über 1.600 queerfeindlichen Angriffen hochgefährlich – nun wird das einzige queere Aufklärungsprojekt in Dresden und Ostsachsen ersatzlos
gestrichen.

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Vielfalt in den Unterricht!

LSVD SchuleOrientierungsrahmen für Familien- und Sexualerziehung an sächsischen Schulen überarbeitet

(08.12.2016) Anlässlich der Veröffentlichung des Orientierungsrahmens für die Familien- und Sexualerziehung an sächsischen Schulen erklärt Tom Haus, Sprecher des Lesben- und Schwulenverbandes (LSVD) Sachsen:

Der Lesben- und Schwulenverband (LSVD) Sachsen unterstützt es ausdrücklich, dass Sexualerziehung als Teil einer werteorientierten Gesamterziehung fächerübergreifend gelehrt werden soll. Die neue Richtlinie trägt dem gesellschaftlichen und gesetzlichen Wandel Rechnung, erweitert den Familienbegriff und bezieht endlich auch Regenbogenfamilien mit ein. Auch beim Thema Geschlechtlichkeit finden sich mit dem überarbeiteten Rahmen jetzt auch trans*- und intergeschlechtliche Kinder und Jugendliche wieder. Weiterlesen

LSVD Sachsen: Vielfalt in sächsischen Schulen leben und lehren

Pressemitteilung vom 23.06.2015

Kultusministerium muss sexuelle und geschlechtliche Vielfalt verbindlich im Rahmenlehrplan verankern

Anlässlich der Landtagsdebatte zum Antrag der Fraktion Die Linke „Sexualbildung in den Schulen im Freistaat Sachsen modernisieren“ (Drs 6 /1539) erklärt Tom Haus, Landesvorstand des Lesben- und Schwulenverbandes (LSVD) Sachsen:

Der Lesben- und Schwulenverband Sachsen (LSVD) fordert die Landesregierung auf, endlich auch sexuelle und geschlechtliche Vielfalt verbindlich in die Schul- und Lehramtsbildung zu integrieren. Sexualbildung ist ein wesentlicher Teil einer werteorientierten Gesamterziehung und gehört fächerübergreifend in den Unterricht und die Lehramtsbildung hinein.

Statt lediglich eines neuen Orientierungsrahmens für Sexualerziehung bedarf es eines verbindlichen Rahmenlehrplans mit konkreten Zielvorgaben. Nur so werden Schulen und Bildungseinrichtungen ihrem Bildungsauftrag gerecht, junge Menschen auf gesellschaftliche Vielfalt im Alltagsleben vorzubereiten.

Transgeschlechtlichkeit gehört genauso in den Unterricht, wie Intergeschlechtlichkeit oder unterschiedliche Familienmodelle. Darüber muss in Schule und Ausbildung sachlich und altersangemessen informiert werden. Daher setzt sich der LSVD Sachsen dafür ein, dass die Vielfalt sexueller und geschlechtlicher Identitäten eine adäquate Behandlung in der pädagogischen Aus- und Fortbildung findet. Hier muss die Landesregierung schnellstmöglich die Rahmenbedingungen dafür schaffen. Nur dann können Homo- und Transphobie nachhaltig bekämpft werden.

Eine Pädagogik der Vielfalt bestärkt Kinder und Jugendliche darin ein positives Selbstbild zu entwickeln und befähigt sie, sich selbstbewusst gegen Diskriminierung und Ausgrenzung zu behaupten. Sie ermutigt tradierte Geschlechterrollen kritisch zu hinterfragen, um sich mit ihrer Identität selbstbewusst behaupten zu können. Diesen Bildungsauftrag muss Schule heute und morgen erfüllen können – ein verbindliches Konzept wäre der erste Schritt dorthin.

Weitere Information und Kontaktmöglichkeiten in der PDF zum herunterladen.