Zusammenschluss des Projektverbundes „Fachberatung für queere Geflüchtete in Sachsen“

Queere Vereine gründen gemeinsames Beratungsnetzwerk für Geflüchtete

Projektverbund „Fachberatung für queere Geflüchtete in Sachsen“

20. Januar 2021. Zum Start des neuen Jahres haben sich die bestehenden psychosozialen Beratungsprojekte für lesbische, schwule, bisexuelle, trans, inter, asexuelle und queere (lsbtiaq* oder kurz queere) Asylsuchende des Lesben- und Schwulenverband (LSVD) Sachsen e.V., des RosaLinde Leipzig e.V. und des Gerede e.V. – Verein für sexuelle und geschlechtliche Vielfalt in Dresden zum Projektverbund „Fachberatung für queere Geflüchtete in Sachsen“ zusammengeschlossen. 

Bereits seit 2016 wird an allen drei Standorten psychosoziale Beratung in multiprofessionellen Teams für queere, geflüchtete Menschen angeboten: Neben psychosozialer Beratung und der begleitenden Beratung zum Asylverfahren bestehen Empowerment-Angebote, Unterstützung in Unterbringungsfragen sowie Zugang zu Vernetzungsmöglichkeiten und unterstützenden Ehrenamtsstrukturen.

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Wanderausstellung: Queere Flucht und Queeres Leben in Deutschland

Blick auf die Wanderausstellung. Foto: LSVD

Was passiert, wenn LSBTI* aus einer Gesellschaft fliehen, weil Queer-Sein nicht geschützt, verfolgt oder gar bestraft wird? Wie ist es, in einem Land Schutz zu suchen, dass diesen per Gesetz vorsieht, Heterosexualität aber dennoch die Norm darstellt? Und wie wird das Leben jenseits dieser Norm im Asylprozess bedacht?

Die Verschränkung aus Fluchtmigration und sexueller Vielfalt und die damit einhergehende besondere Schutzbedürftigkeit wird häufig als Nischen-Thema betrachtet, dass „lediglich“ eine Minderheit betreffe. Mit einer Wanderausstellung möchte der LSVD Sachsen das Thema Queere Flucht und die Problemstellungen im Asylsystem aus eben jener Nische herausholen und die prekäre Lebensrealitäten von LSBTI* Geflüchteten skizzieren.

Dafür hat der LSVD Sachsen gemeinsam mit Ehrenamtlichen und Klient*innen der Beratungsstelle Information Center for LGBTI* Refugees die Erfahrungen von queeren Geflüchteten aufbereitet. Zusätzlich konnten zahlreiche Menschen ihre Erlebnisse und Wahrnehmung über eine Online-Umfrage mit uns teilen und dank Axel Limbergers Buch „Das rettende Ufer – schwule Flüchtlinge berichten“ bereichern Interviewausschnitte aus Erfahrungsberichten unsere Zusammenstellung.

Der LSVD Sachsen freut sich, die daraus entstandenen Roll-Ups als Wanderausstellung „Queere Flucht und Queeres Leben in Deutschland“ zu veröffentlichen und Interessierten zur Verfügung zu stellen.

Wir bedanken uns bei den Menschen, die ihre Erfahrungen mit uns geteilt haben, bei unseren ehrenamtlichen Unterstützer*innen, bei Christian Selent für das Design und beim Sozialministerium des Landes Sachsen und dem Sozialamt der Stadt Chemnitz für die Finanzierung.


Eine wandernde Ausstellung?

Ihr plant eine Kunstausstellung zu Fluchtmigration und möchtet Material rund um queere Geflüchtete mit einbeziehen? Ihr organisiert eine Informationsveranstaltung zu sexueller Diversität und möchtet das Thema Migration nicht außen vor lassen? Euch fällt auf, dass bei einem Interkulturellen Fest die Verschränkung aus Flucht und sexueller Vielfalt fehlt?

Dann meldet euch bei uns unter: refugee-support@lsvd.de

Unsere Ausstellung ist so konzipiert, dass sie flexibel einsetzbar ist. Wir kommen gerne mit unserer Ausstellung vorbei. Es gibt aber auch die Möglichkeit, die Materialien auszuleihen.

LSVD-Projekt für queere Geflüchtete erhält Sächsischen Integrationspreis

Erneute Auszeichnung für das Information Center for LGBTI Refugees in Chemnitz

Chemnitz, 04. Dezember 2020. Das Beratungs- und Unterstützungszentrum für LSBTI*-Geflüchtete des Lesben- und Schwulenverbandes (LSVD) Sachsen, das Information Center for LGBTI Refugees in Chemnitz, wird mit dem Sächsischen Integrationspreises 2020 ausgezeichnet. Die Ehrung ist mit einem Preisgeld von 3000 € verbunden, das in die Geflüchteten-Arbeit des LSVD in Sachsen fließen wird. Nach dem Sächsischen Förderpreis für Demokratie ist es bereits die zweite Auszeichnung für das Projekt in diesem Jahr.

„Wir freuen uns sehr über die Anerkennung, die wir für unser Engagement für queere Geflüchtete in Sachsen durch den Integrationspreis erhalten. Seit vier Jahren arbeitet unser Projekt daran, für das Thema LSBTI* und Flucht zu sensibilisieren und eine  entsprechende Integration der Asylsuchenden zu erreichen. Damit wollen wir vor allem auch die Sichtbarkeit dieser besonders schutzbedürftigen Gruppe erhöhen und zu einem vielfältigen Miteinander in Sachsen beitragen. Nur durch gegenseitigen Respekt und Offenheit kann eine erfolgreiche Integration gelingen“, erklärt Sabine Schanzmann-Wey vom Lesben- und Schwulenverband (LSVD) Sachsen.

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16.12; Online: Veröffentlichung der Datenerhebung zu “Gewalt- und Diskriminierungserfahrungen von LSBTI* Geflüchteten in Sachsen”

Das Projekt „borderless diversity – Grenzenlose Vielfalt“ des Gerede e.V. hat in diesem Jahr in Kooperation mit QueerRefugeesNetwork des RosaLinde Leipzig e.V. und dem Informationszentrum für LSBTI* Geflüchtete des LSVD Sachsen Daten zu gemachten Gewalt- und Diskriminierungserfahrungen von queeren Geflüchteten in Sachsen erhoben. Es werden zwei Termine für die Vorstellung angeboten.

— Die Vorstellung wird an zwei Terminen 10.00 und 17.00 angeboten —

Das Projekt „borderless diversity – Grenzenlose Vielfalt“ des Gerede e.V. in Dresden hat in diesem Jahr – mit Unterstützung der Kooperationspartner*innen des QueerRefugeesNetwork des RosaLinde Leipzig e.V. und dem Informationszentrum für LSBTI* Geflüchtete des LSVD Sachsen in Chemnitz – Daten zu gemachten Gewalt- und Diskriminierungserfahrungen von queeren Geflüchteten in Sachsen erhoben.

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03.12, 16.00: Online: „Ehe für Alle“ – Sächsisch-Tschechisches Symposium

Das Sächsische Verbindungsbüro des Staatsministeriums der Justiz und für Europa und Gleichstellung möchte das Thema Öffnung der Ehe grenzüberschreitend beleuchten

Fleur Brebels on unsplash

Das Thema “Ehe für alle” wird in wohl allen Gesellschaften kontrovers diskutiert. Einige Länder, wie Deutschland, haben sie bereits eingeführt, andere, wie die Tschechische Republik, noch nicht. Das Sächsische Verbindungsbüro des Staatsministeriums der Justiz und für Europa und Gleichstellung möchte daher das Thema Öffnung der Ehe grenzüberschreitend beleuchten und lädt zum Sächsisch-Tschechischen Symposium „Ehe für Alle“ ein. Im Rahmen des Sächsisch-Tschechischen Symposiums sind Sabine Schanzmann-Wey vom LSVD Sachsen und Günter Dworek aus dem LSVD Bundesvorstand als Imputgeber*innen mitdabei.

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LSVD-Projekt wird mit Sächsischem Förderpreis für Demokratie ausgezeichnet

Information Center for LGBTI Refugees in Chemnitz erhält Anerkennungspreis

Sächsicher Förderpeis für Demokratie © Amadeu Antonio Stiftung

Chemnitz, 11. November 2020. Gestern Abend wurde das Unterstützungsprojekt für LSBTI*-Geflüchtete des Lesben- und Schwulenverbandes (LSVD) Sachsen, das Information Center for LGBTI Refugees in Chemnitz, mit dem Sächsischen Förderpreises für Demokratie ausgezeichnet. Im Rahmen eines digitalen Festaktes erhielt das Projekt einen mit 1000 Euro dotierten Anerkennungspreis. Der Sächsische Förderpreis für Demokratie wird jährlich unter anderem von der Amadeu Antonio Stiftung ausgelobt. Die Jury wählte diesmal aus über 50 Bewerbungen insgesamt sechs Preisträger*innen aus.

„Wir sind stolz und dankbar, dass unser Flüchtlingsprojekt den Anerkennungspreis erhalten hat. Die Ehrung gilt vor allem unseren Mitarbeitenden in der Beratungsstelle in Chemnitz. Bereits vor der Corona-Krise waren LSBTI*-Asylsuchende von Gewalt und Anfeindungen in und um Aufnahmeeinrichtungen betroffen. Die nun erneut drohenden Kontaktverbote und Ausgangssperren könnten diese prekäre Lage verschlimmern. Auch das gesellschaftliche Klima in Sachsen wird zunehmend rauer. Neben großer Hilfsbereitschaft artikuliert sich oft offener Hass und es gibt ein erschreckendes Ausmaß rassistischer und LSBTI*-feindlicher Angriffe“, erklärt Tom Haus aus dem Landesvorstand des LSVD Sachsen.

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Dresden: Entsetzen nach homosexuellenfeindlichem Attentat – Strafverfolgungsbehörden müssen LSBTIQ-feindliche Motivation einbeziehen

LSVD: Strafverfolgungsbehörden müssen LSBTIQ-feindliche Motivation einbeziehen

Chemnitz, 29. Oktober 2020. Am 04. Oktober wurde in der Dresdner Innenstadt ein schwules Paar von einem mutmaßlichen Islamisten angegriffen. Dabei wurde einer der Männer des Paares getötet, der anderen schwer verletzt. Trotz erster Anzeichen für ein homosexuellenfeindliches Tatmotiv schweigen Polizei, Staatsanwaltschaft und Innenministerium zu einem möglichen LSBTIQ-feindlichen Hassverbrechen. Mittlerweile hat die Bundesanwaltschaft die Ermittlungen übernommen.

„Der Lesben- und Schwulenverband (LSVD) verurteilt die Terrortat in Dresden aufs Schärfste. Wir sind in Gedanken bei dem Partner des Ermordeten und den Hinterbliebenen. Lesben, Schwule, Bisexuelle, trans-, intergeschlechtliche und queere (LSBTIQ) Menschen werden angegriffen, weil LSBTIQ*-feindliche Ideologien sich hartnäckig in unserer Gesellschaft halten. Es ist unverständlich, weshalb die Strafverfolgungsbehörden und das Innenministerium in Sachsen zu dem möglichen homosexuellenfeindlichen Tatmotiv schweigen“, erklärt Tom Haus aus dem Landesvorstand des LSVD Sachsen.

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LSVD ruft zur Teilnahme an der Bürgermeister*inwahl auf

Ab dem 20. September beginnen in über 20 sächsischen Gemeinden und Städten wie Chemnitz oder Zwickau die Bürgermeisterinnen-Wahlen. Der LSVD Sachsen ruft alle Wahlberechtigten auf, sich über die Kandidatinnen zu informieren, ihr aktives Wahlrecht zu nutzen und für Vielfalt und ein respektvolles Miteinander in Städten und Gemeinden zu stimmen. In Chemnitz hat der LSVD alle demokratischen Kandidat*innen zum Wahlcheck-Interview gebeten und diese veröffentlicht.

„In den Städten und Gemeinden zählt jede Stimme, besonders während der Corona-Pandemie. Wir möchten alle Wahlberechtigten ermutigen, trotz Wartezeiten und Beschränkungen zur Wahl zu gehen. Geben Sie den Kandidatinnen und Kandidaten ihre Stimme, die sich für ein vielfältiges und respektvolles Miteinander einsetzen. Wir dürfen es nicht hinnehmen, dass Menschen, die gegen Lesben, Schwule, Bisexuelle, trans*- und intergeschlechtliche Menschen (LSBTI) sowie gegen andere Minderheiten hetzen, in das Bürgermeisteramt gewählt werden. Vielfalt stärkt unsere Städte und Gemeinden, dafür sollten alle Wahlberechtigten stimmen“, so Tom Haus aus dem Landesvorstand des Lesben- und Schwulenverbandes (LSVD) Sachsen. 

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LSVD Sachsen gratuliert dem Gerede e. V. zum 30-jährigen Bestehen

Der Gerede e. V. in Dresden feiert heute sein 30-jähriges Bestehen. Wir gratulieren ganz herzlich und freuen uns, bei eurer Feier dabei zu sein!

Das Grußwort von Vorstandsmitglied Tom Haus:

Liebes Geburtstagskind,
liebes Team vom Gerede e.V.,

liebe Freund*innen,

30 Jahre Gerede – 30 Jahre Community in Dresden. Auf das, was ihr hier aufgebaut und geschaffen habt, könnt ihr mehr als stolz sein.

Heute ist ein Dresden ohne den GEREDE e.V. nicht denkbar und vor allem auch nicht wünschenswert. Ihr sorgt in Dresden dafür, dass die Vielfalt von unterschiedlichen Lebensweisen und Identitäten nicht nur leere Worthülsen bleiben, sondern auch aktiv im Stadtbild sichtbar und erlebbar werden.

Im Namen des LSVD Sachsen gratuliere ich Euch von Herzen zu eurem Jubiläum.

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CSD in Dresden

LSVD Sachsen nimmt in diesem Jahr nicht am CSD in Dresden teil

Liebe Freund*innen,

der LSVD Sachsen hat sich entschieden in diesem Jahr nicht am CSD in Dresden teilzunehmen. Die steigenden Infektionszahlen und unsere Verantwortung gegenüber unseren Ehrenamtler*innen und Mitarbeitenden hat diese Entscheidung notwendig gemacht.

Im nächsten Jahr wollen wir wieder gern in Dresden zum CSD dabei sein, sofern es das Infektionsrisiko zulässt oder dem Covid 19 Virus bis dahin der Garaus gemacht wurde.

Herzliche Grüße
Euer Landesvorstand
i.a. Tom Haus