Rückblick zum 9. Sachsenweiten Rainbowflash am 17. Mai 2019

Sachsenweiter Rainbowflash 2019 © LSVD Sachsen

Der Rainbowflash zum Internationalen Tag gegen Homo-, Inter- und Transphobie (IDAHIT) am 17. Mai setzt ein starkes und deutliches Zeichen für die Akzeptanz aller Menschen, unabhängig von ihrer sexuellen oder geschlechtlichen Identität. Gleichzeitig soll er so bunt und fröhlich sein, wie das Leben selbst sein. Seit 2010 ruft der Lesben- und Schwulenverband (LSVD) Sachsen als Initiator des „Sachsenweiten Rainbowflashs“ dazu auf, am 17. Mai in Sachsen, ganz Deutschland, Europa und der Welt Botschaften anlässlich des IDAHIT in den Himmel steigen zu lassen.

Wir wollen an den Mut erinnern und die Kraft, die viele aufbringen, damit auf der ganzen Welt Lesben, Schwule, Bisexuelle, trans- und intergeschlechtliche Menschen (LSBTI) unbeschwert von Ausgrenzung und Hass leben können. Deshalb gab es am Freitag, dem 17.05.2019 in Dresden, Leipzig, Chemnitz, Pirna, Plauen, Bautzen, Wurzen, Görlitz, Döbeln und Zwickau Kundgebungen des LSVD Sachsen und vieler Mitstreiter*innen aus Sachsens queerer Landschaft. Gemeinsam haben wir auf die prekäre Lage von LSBTI* weltweit hingewiesen.

Sachsenweiter Rainbowflash 2019 © LSVD Sachsen

Es wurden Luftballons gen Himmel steigen gelassen, andernorts wurden bunte Seifenblasen in den Himmel geschickt. In Chemnitz fand auch zusätzlich eine Demonstration statt u.a. gegen die Besetzung des Roten Turmes durch eine große rechtsgerichtete Partei, also des Ortes, an dem der Rainbowflash seit 9 Jahren stattfindet. In Wurzen hatten Gruppen von rechtsgesinnten Menschen versucht, lautstark die Kundgebung zu stören.

In Zwickau gab es einen offenen, aber friedlichen Meinungsaustausch mit Vertretungen einer rechten Kleinpartei über Homosexualität. Vielleicht hat das Reden hier auch etwas gebracht. Das ist es auch, was zählt. Miteinander reden statt übereinander, auch wenn es nicht immer leicht fällt.

Sonst verliefen alle Kundgebungen friedlich. Die Aktionen waren ein deutliches Zeichen gegen Ausgrenzung und Inakzeptanz. Unterstützt wurden wir aus einem Bündnis von demokratisch gesinnten Parteien, Vereinen, Initiativen und Privatpersonen. Zu guter Letzt erhielten wir auch eine größere Spende der Partei Die Linke und der Hochschule für Technik und Wirtschaft Leipzig und anderen Einrichtungen.

Der Rainbowflash ist an und für sich die leichteste Aktion, ein Zeichen gegen Rassismus, Phobien gegen LSBTI* und Ausgrenzung zu setzen: Es ist wenig Aufwand und hat eine sehr große Wirkung. Viele Medienanfragen von Presse, Funk und Fernsehen wurden gestellt und wahrgenommen.

Sachsenweiter Rainbowflash 2019 © LSVD Sachsen

Zugleich ist es uns möglich gewesen, zur Demo „Europa für alle“ am 19.05.2019 die queere Community deutlich zu positionieren: gegen demokratie- und europafeindliche Stimmungsmache, Hysterie und Hetzerei. Etwa 10000 Menschen nahmen an der Demonstration teil, auf dem Straßenfest gab es dazu laute Musik von Künstlern der jungen Generation. Mit unserem Redebeitrag waren wir mitten im Geschehen, damit auch LSBTI* ihren Stellenwert in Europa zeigen konnten.

Seid auch 2020 beim Rainbowflash aber natürlich auch bei allen anderen Veranstaltungen dabei, damit es nicht nur bei Reden bleibt, sondern auch weiterhin Taten für eine demokratische, tolerante und weltoffene Gesellschaft folgen!

Michael Röhricht
Landesvorstand LSVD Sachsen

Schreibe einen Kommentar