Sachsen muss Diskriminierungserfahrungen von LSBTI sichtbar machen

Lesben- und Schwulenverband (LSVD) fordert sachsenweite Studie zur Akzeptanz

Chemnitz, 25. Mai 2018. Am Montag diskutiert der Sächsische Landtag, ob eine landesweite Studie zur gesellschaftlichen Akzeptanz von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, trans*- und intergeschlechtlichen Menschen (LSBTI) in Auftrag gegeben werden soll. Die Fraktion Die Linke hatte den Antrag (6/8236) noch vor Verabschiedung des „Landesaktionsplans zur Akzeptanz der Vielfalt von Lebensentwürfen“ im Januar 2017 eingebracht. Valide Studien zur Akzeptanz und Diskriminierungserfahrungen von LSBTI in Sachsen fehlen bisher.

„Der Lesben- und Schwulenverband (LSVD) Sachsen fordert die Landesregierung um Ministerpräsident Kretschmer auf, eine landesweite Studie zu Lebensrealitäten und Diskriminierungserfahrungen von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, trans*- und intergeschlechtlichen Menschen (LSBTI) auf den Weg zu bringen. Wenn wir eine klare Vorstellung davon haben, wie die Lebensrealitäten von LSBTI heute in Sachsen aussehen, wo sie beispielsweise Diskriminierung oder Anfeindungen erfahren, dann kann die Landesregierung besser mit zielgerichteten Maßnahmen für Akzeptanz eintreten und Diskriminierung entgegenwirken“, erklärt Tom Haus aus dem Landesvorstand des LSVD Sachsen.

Die bisherigen „Mitte Studien“ aus Leipzig oder von der Antidiskriminierungsstelle des Bundes kratzten beim Thema Akzeptanz von LSBTI in Sachsen immer nur an der Oberfläche. Welche Diskriminierungserfahrungen beispielsweise junge LSBTI in sächsischen Schulen machen oder wie mit dem Thema Akzeptanz in der Senioren*innenhilfe oder Altenpflege in Sachsen umgegangen wird, dazu gibt es keinerlei landesweite Untersuchungen in Sachsen.

„Mit Hilfe einer Studie könnte die Landesregierung zukünftig bedarfs- und zielgruppenorientierte Maßnahmen entwickeln und umsetzen. Schon bei den zivilgesellschaftlichen Beteiligungsworkshops zur Vorbereitung des Aktionsplans hatte der LSVD diese Studien gefordert.“ so Landesvorstand Haus vom LSVD Sachsen weiter.

Presseerklärung als pdf

Hintergrund

Antrag Fraktion Die Linke: Lebenslagen von lesbischen, schwulen, bisexuellen, transgender, transsexuellen, intergeschlechtlichen und queeren Menschen (LSBTTIQ*) im Freistaat Sachsen untersuchen (6/8236)

Aktionsplan zur Förderung von Akzeptanz bleibt weit hinter Erwartungen zurück – Lesben- und Schwulenverband (LSVD) kritisiert unzureichende Ausgestaltung

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Lesben- und Schwulenverband (LSVD) Sachsen
Tom Haus
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