Out am Arbeitsplatz in Sachsen?!

Lesben- und Schwulenverband (LSVD) stärkt Mitarbeitende und Unternehmen

Foto: Marvin Meyer SYTO3xs06fU-unsplash

02. Juli 2020. Chmenitz. Ob das Familienfoto auf dem Schreibtisch oder der Small Talk über die Urlaubspläne mit der Partnerin – Heterosexuelle sprechen am Arbeitsplatz so selbstverständlich wie unbewusst über ihre sexuelle Identität. Obgleich Lesben, Schwule, Bisexuelle, trans– und intergeschlechtliche Menschen (LSBTI) diese Offenheit für sich ebenfalls in Anspruch nehmen, erleben sie in der sächsischen Arbeitswelt immer noch Ausgrenzung und Diskriminierung. Das Projekt des LSVD Sachsen „Queer am Arbeitsplatz“ möchte Mitarbeitende, Unternehmen und Verbände stärken sowie Ressentiments am Arbeitsplatz entgegenwirken.

„Mit unserem neuen Projekt Queer am Arbeitsplatz wollen wir den professionellen und diskriminierungsfreien Umgang mit Themen der sexuellen und geschlechtlichen Vielfalt fördern. In Fachgesprächen und Workshops möchten wir besonders die Regenbogenkompetenz von kleinen und mittelständischen Unternehmen stärken, Beispiele guter Praxis vorstellen und ein Beratungsangebot für Verbände und Unternehmen etablieren“, so Projektleiter Michel Röhricht.

Im Mai hatte die EU-Grundrechtsagentur (FRA) die Ergebnisse des zweiten großen LSBTI-Survey vorgestellt. 23% der befragten LSBTI* gaben für Deutschland an, am Arbeitsplatz Diskriminierung erfahren zu haben. Eine Studie der Boston Consulting Group aus dem Jahr 2019 zeigte ebenfalls, dass 63 % aller LSBT* nicht offen über ihre sexuelle Orientierung bzw. geschlechtliche Identität am Arbeitsplatz sprechen wollen.

Zur Entfaltung von Talenten und Fähigkeiten sind Sichtbarkeit, Offenheit sowie ein respektvolles Arbeitsklima wichtig. Ressentiments und Diskriminierung gefährden nicht nur den Zusammenhalt in Unternehmen, sondern machen Mitarbeitende krank und wirken sich somit auch negativ auf den Unternehmenserfolg aus. Gemeinsam mit Verbänden, Unternehmen und Gewerkschaften wollen wir einen Vielfalts-Dialog in Sachsen anstoßen, Vorbehalte abbauen und ein respektvolles Arbeitsklima fördern“, erläutert Sabine Schanzmann-Wey vom Landesvorstand des LSVD Sachsen.

Pressekontakte:

Sabine Schanzmann-Wey
Landesvorstand LSVD Sachsen
T. 0179 50 999 75
sachsen@lsvd.de

Projektleitung „Queer am Arbeitsplatz“
Michel Röhricht
michel.roehricht@lsvd.de

Folgende Veranstaltungen finden zum Projektauftakt statt:

07. Juli 2020, 18.00 Uhr: Virtuelles Expert*innen Gespräch„Queer in der Arbeitswelt – Vielfalt als Erfolgsrezept für Unternehmen“

14. Juli, 19.00 Uhr: Online-Diskussionsrunde im Rahmen des CSD Leipzig
„LSBTI* in Sachsens Arbeitswelt 2020 – Lage und Aussichten“

Hintergrund

Projekt „Queer am Arbeitsplatz“

Diskriminierungserfahrungen von LSBTI in Deutschland

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