LSVD Sachsen ist empört über homophobe CDU-Werbung von BILD

Bild ZeitungBildzeitung bedient sich homophober Rhetorik extremistischer Kreise und diffamiert die sächsische Bildungspolitik

Am 03. Juni erschien der Artikel “Linke wollen ‘Schwul-Unterricht’ einführen” in der BILD-Zeitung. Dazu erklärt Hartmut Rus, Mitglied im Vorstand des LSVD-Sachsen:

Der Bild-Autor Andreas Harlass macht mit homophoben Behauptungen Stimmung gegen Homosexuelle und linke Politikerinnen und Politiker. So etwas gab es bisher nur in Russland, Uganda und ähnlichen homophoben Staaten.

Bereits die Überschrift: „Linke wollen, SCHWUL–Unterricht‘ einführen“, ist eine Irreführung und bedient Ängste gegen Homosexuelle. Die „Kronzeugin“ von BILD, Gabriele Kuby, ist als eifernde Kämpferin gegen die Gleichstellung von Frauen, Homosexuellen und anderer Minderheiten bekannt. Sie warnt mal wieder, dass Aufklärungsunterricht in der Schule die Kinder in die Homosexualität „treibe“. Gleichzeitig macht Bild Wahlkampfwerbung für die CDU, die den Aufklärungsunterricht an sächsischen Schulen verhindern werde, wenn die „FDP nicht aus der Reihe tanzt“.
Wahr ist: Es gibt mehrere Vorschläge von SPD, Grüne, Linke, CDU und FDP, den Aufklärungsunterricht an sächsischen Schulen zu reformieren. Die Vorschläge liegen nicht weit auseinander. Demgemäß waren sich in den Ausschüssen alle Fraktionen einig, dass mehr geschehen muss. Aber das verschweigt Bild und greift stattdessen einseitig die Linke an.

Es sollen natürlich keine Sexualpraktiken in der Grundschule vermittelt werden, wie der Artikel suggeriert. Davon abgesehen kann Homosexualität weder erlernt, noch kann man dazu verführt werden. Mit solchen Behauptung  arbeiten die christlich-fundamentalistischen Sekten in den Entwicklungsländern und heizen so die Pogromstimmung gegen Homosexuelle an. Diese bewusst geschürte homophobe Stimmung führt immer wieder zu Hassverbrechen mit tödlichen Folgen.

Solchen menschenfeindlichen Ideologien und diffamierenden Artikeln muss die Stirn geboten werden. Die CDU ist aufgerufen, sich von diesem fragwürden Werbeartikel zu distanzieren. Alle demokratischen Parteien sind aufgerufen, bei der Neugestaltung des Aufklärungsunterrichts ohne Vorurteile sachlich zusammen zu arbeiten. Der BILD-Artikel zeigt, wie notwendig sachlich fundierte Aufklärung ist.

Sachbezogene Informationen zu den ideologischen Hintergründen der homophoben Theorien bietet das LSVD-Projekt Mission Aufklärung

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