Queer*migrant Art: Interview mit Jana

Queer*migrant Art Im Rahmen unseres Projekts „queermigrant Art“ möchten wir mit queermigrantischen Künstlerinnen in einen offenen Dialog treten. In persönlichen Interviews sprechen wir über ihre künstlerischen Wege, ihre Verbundenheit mit der Community und ihre einzigartigen Visionen.

Jana (sie, ihr) - queere Schriftstellerin und Geschichtenerzählerin

I: Jana, erzähl uns bitte ein bisschen von deinem Schreiben, wie hat das alles für dich angefangen?

Jana: Ich schreibe lange Erzählungen zu ganz unterschiedlichen Themen – mal gesellschaftlich, mal fantastisch. Außerdem schreibe ich kurze Gruselgeschichten, die ich auch selbst einspreche. Eigentlich begleitet mich das Erzählen schon seit ich denken kann. Früher habe ich gezeichnet, weil ich noch nicht schreiben konnte. Schon damals habe ich mir gerne Spielwelten ausgedacht. In der Schulzeit begann ich, alles aufzuschreiben. Mit der Zeit wuchsen meine Geschichten – sie wurden länger, zahlreicher und vielfältiger in ihren Genres. Ich liebe anspruchsvolle Themen und Emotionen und erfinde bis heute meine eigenen Welten, halte aber immer noch den Bezug zur Realität.

I: Du sagst, dass deine Geschichten immer zahlreicher und vielfältiger werden, woher nimmst du eigentlich deine Ideen?

Jana: Meine Ideen entstehen oft von selbst und auch ihre Bedeutung zeigt sich meist erst beim Schreiben – unbeabsichtigt. Mit meinem Schreiben möchte ich Gedanken zum Leuchten bringen und Menschen zum Nachdenken anregen.

I: Schreibst du deine Geschichten auch aus einer queeren Perspektive?

Jana: In einigen meiner Erzählungen stehen vor allem queere Charaktere und ihre Lebensrealitäten im Mittelpunkt. Abgesehen von meinen Gruselgeschichten, die für ein breites Publikum gedacht sind, befinden sich meine Figuren entweder in gleichgeschlechtlichen Beziehungen oder in gar keiner Beziehung, ich sehe sie einfach so. Häufig behandle ich Themen wie Jugend, Homophobie, Mobbing und traumatische Erfahrungen.

I: Aus deiner Perspektive, welche Rolle spielt queermigrantische Kunst in der heutigen Gesellschaft?

Jana: Viele queere Migrant*innen haben Unterdrückung durch Staat oder Gesellschaft erlebt und sind aus diesem Grund geflohen. Für sie wird Kunst zu einem wichtigen Weg, sich auszudrücken und zu erforschen, wie es sich anfühlt, wirklich sie selbst zu sein. Kreativität gibt ihnen Raum, ihre Geschichten, Gefühle und Erfahrungen sichtbar zu machen – und das Recht auf ihr eigenes Sein zu spüren. Sie können zeigen, was sie bewegt und gleichzeitig ein Stück Freiheit für sich zurückgewinnen.

I: Du hast sehr eindrucksvoll gezeigt, welche Rolle Kunst in queermigrantischen Realitäten spielt. Jana, wohin soll dich dein Weg als queere Schriftstellerin als Nächstes führen?

Jana: Seit meiner Kindheit wollte ich meine Bücher veröffentlichen und das zu meiner Hauptbeschäftigung machen. Vor 2022 hatte ich einen eigenen Kanal mit Gruselgeschichten, den ich nun wiederbeleben möchte. Dort konnte ich frei und selbstbestimmt kreativ sein, und es war das Einzige, das mir eine stetig wachsende Resonanz brachte und dieses Gefühl möchte ich wieder erleben. SMSGGZ_2025_Office_RGB_de