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Wappen SchkeuditzLSVD warnt Oberbürgermeister Enke vor homophoben Kongress

Am 23. November 2013 soll in Schkeuditz bei Leipzig die zweite Compact-Konferenz „Werden Europas Völker abgeschafft?“ stattfinden. Dazu erklärt Hartmut Rus, Vorstand im Lesben- und Schwulenverband (LSVD) Sachsen:

Der Lesben- und Schwulenverband (LSVD) Sachsen geht aufgrund der Veranstalter und der bislang bekannten Rednerinnen und Redner davon aus, dass die geplante Compact-Konferenz eine Plattform für rechtspopulistische und homophobe Positionen bieten wird. Daher haben wir den Oberbürgermeister Jörg Enke darauf hingewiesen, dass der Ruf der Stadt Schkeuditz durch diese Konferenz schweren Schaden nehmen und zukünftig mit undemokratischen und rechtspopulistischen Ansichten in Verbindung gebracht werden wird. Wir haben ihn daher gebeten, deutlich zu machen, dass die Compact-Konferenz in Schkeuditz nicht willkommen ist und in seiner Stadt weder Platz für völkischen Nationalismus noch für Lesben- und Schwulenfeindlichkeit ist.
Zum Hintergrund

Das Compact-Magazin ist für seine nationalistischen, verschwörungstheoretischen und rechtspopulistischen Beiträge bekannt. Angekündigt ist etwa ein Vortrag von Duma-Abgeordneten über die „Erfolge von Wladimir Putins Familienpolitik“. Diese menschenfeindliche russische „Familien-Politik“ hat zur Folge, dass Homosexuelle in Russland vermehrt Opfer von erschreckender Gewalt geworden sind und immer wieder von nationalistischen Gruppen gejagt, verfolgt und gedemütigt werden. Nach einem Adoptionsverbot für Lesben und Schwule wird in Russland gegenwärtig diskutiert, Regenbogenfamilien ihre Kinder gesetzlich wegzunehmen. Zudem gilt dort seit einigen Monaten ein gesetzliches Verbot öffentlich für Respekt und Akzeptanz einzutreten. Homosexuelle sind dort zum Freiwild erklärt worden.

Eingeladen ist auch Béatrice Bourges, die vor militanten Aktionen nicht zurückscheut und von Frankreichs Innenminister Manuel Valls als „gefährlichste Frau des Landes“ bezeichnet wurde. Bourges war maßgeblich für eine Radikalisierung der Proteste gegen die Öffnung der Ehe bis hin zu körperlichen Angriffen gegen Lesben und Schwule verantwortlich.

Zur Konferenz eingeladen ist auch Eva Herman, die die abstruse These vertritt, dass Kinder in der Schule durch den Aufklärungsunterricht staatlich „homosexualisiert“ werden würden. Eingeplant ist zudem Thilo Sarrazin, verglich nach seinen rassistischen Thesen zur angeblichen Überfremdung jüngst Lesben und Schwule mit „Faultieren“, die nicht mit dem Löwen gleichgestellt werden dürften. Norbert Geis ist ebenfalls bekannt als Hardliner gegen lesbische und schwule Paare, die er als „Fehlentwicklungen“ bewertet.

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