LSVD ruft zur Unterstützung der DEMO in Dresden am 15.11.2014 auf

Pressemitteilung des LSVD Sachsen vom 12.11.2014

Dresden steht auf für Akzeptanz 

15.11. 2014, Schlossplatz, 13.00 Uhr: Demonstration für Vielfalt und Respekt an Schulen

Am kommenden Samstag, den 15.11.2014 findet in Dresden eine Demonstration der „Besorgten Eltern“ gegen eine vermeintliche „Frühsexualisierung an der Grundschule“ statt. Zeitgleich gibt es eine Gegendemonstration, die für ein offenes und diskriminierungsfreies Klima an Schulen wirbt. Dazu erklärt Hartmut Rus, Sprecher des Lesben- und Schwulenverbandes (LSVD) Sachsen:

Die Demonstration der scheinbar harmlos klingenden Initiative „Besorgte Eltern“ wird homophoben und rechtspopulistischen Positionen eine Plattform bieten. Die Initiative beruft sich in ihren Argumenten auf dubiose Homoheilungsunterstützer und Verschwörungstheoretiker. Initiativen zur Akzeptanz von Lesben, Schwulen und Transgender werden mit einer Sexualisierung von Kindern gleichsetzt.

Statt sich für ein mobbingfreies und wertschätzendes Klima an Schulen einzusetzen, sorgen sich diese Eltern nur um eins: Ihre eigenen Kinder könnten nicht heterosexuell werden, wenn diese von der Existenz von Lesben, Schwulen oder Transgender erfahren. Das ist Unsinn! Sollten die eigenen Kinder lesbisch, schwul oder transgeschlechtlich sein, ist das nicht erlernt. Die sexuelle Orientierung oder Geschlechtsidentität eines Menschen lässt sich nicht verändern. Jeder Versuch führt zu schweren seelischen Störungen. Was sich jedoch verändern lässt, ist, ob diese nach einem Coming-out Ausgrenzungserfahrungen machen oder von ihrem sozialen und schulischen Umfeld anerkannt werden und Wertschätzung erfahren.

Die Argumentation der „Besorgten Eltern“ erinnert daher stark an das russische Antihomosexualitätsgesetz, welches das Sprechen über gleich- und transgeschlechtliche Lebensweisen verbietet. In Russland setzt man das Programm der Ausgrenzung und Verheimlichung im Bildungssystem um, mit resultierender verheerender Gewalt und Diskriminierung.

Der Lesben- und Schwulenverband (LSVD) Sachsen ruft daher zur Teilnahme an der Gegendemonstration am 15. November um 13.00 Uhr auf dem Schlossplatz in Dresden auf und unterstützt das Aktionsbündnis in Dresden. Die dubiosen Argumente der Initiative „Besorgte Eltern“ dürfen nicht unwidersprochen bleiben, sondern müssen als das entlarvt werden, was sie sind – undemokratisch, gefährlich und minderheitenfeindlich.

Weitere LSVD-Infos unter:      www.sachsen.lsvd.de   www.lsvd.de/politik/bildung.html

Facebook-Seite der vom LSVD unterstützten Demo:  www.facebook.com/events/709165149159357/

6 Gedanken zu „LSVD ruft zur Unterstützung der DEMO in Dresden am 15.11.2014 auf

  1. Andreas

    Schade, dass der LSVD so viel MISSversteht bzgl. des Anliegens und der Ausrichtung der „Betroffen-Eltern-Demo“! Sprecht doch am Samstag mal mit den Veranstaltern – das sind durchaus zugängliche Menschen! Was ich mit meinen Kindern in jüngerer Vergangenheit in der Grundschule erlebt habe lässt mich am Samstag dort allerdings mitdemonstrieren!
    Bis dahin also

    1. Hartmut Rus Beitragsautor

      Hallo Andreas,
      wir glauben sehr wohl zu wissen, was hinter dieser Initiative steckt. Das verlinkte Material auf der Homepage und die so aufgezeigten Kooperationspartner der Initiatve zeigen wessen Geistes Kind dahintersteht.

      Wir können nicht alle Kritikpunkte der Initiative „Besorgte Eltern“ bewerten, aber unserem Feld kennen wir uns sehr gut aus.

      Beispiele:
      Russlandversteher Jürgen Elsässer mit dem Compactverlag, der letztes Jahr die Autoren der Homopropagandagesetze aus Russland wegen ihrer Erfolge in der Familienpolitik nach Sachsen (Schkeuditz) eingeladen hat und Unfug im MDR über Kindergärten erzählt hat.

      Wer sich mit der Familiensekte Sasek einlässt, die hinter Klagemauer.TV und Jugend-TV steckt, wo kürzlich der Jugendschutz wegen fragwürdiger Inhalten eingreifen musste, braucht uns nicht so kommen, als wäre ein seriöser Hintergrund vorhanden.

      http://www.stern.de/wirtschaft/news/zweifelhafte-nachrichten-fuer-kinder-jugend-tvnet-vor-dem-ende-2141812.html

      Ich bin gern bereits Deine Sorgen und negativen Erfahrungen anzuhören.

      Schreibe einfach eine E-Mail an hartmut.rus@lsvd.de.

      Viele Grüße

      Hartmut Rus

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  4. Andreas

    Nun ist die Demo vorbei und was haben wir gesehen? Niederbrüllerei von denen ausgehend, die – auch hier – für „Toleranz“ werben. Plakate wie „Gebt Elsässer keine Chance“ von Bunt-befahnten, die angeblich so weltoffen sind. Da muss eine Hundertschaft Polizei einen zuvor genehmigten Demonstrationszug absagen, weil von „Linksunten“, „LSVD“ und „Autonomen“ so viel Gewaltpotential ausgeht, dass die Sicherheit von Familien nicht garantiert werden kann und so weiter. Schön, dass zumindest mit einigen wenigen nach Demo-Ende noch zu reden war – die meisten waren jedoch nur „Schlachtenbummler“, über die die Polizei auch nur den Kopf schütteln kann.
    Nun hoffe ich, dass wenigstens Herr Rus ein klein wenig mehr dem Anliegen der „Betroffenen Eltern“ folgen konnte und diese Bewegung nicht wieder in eine „rechte“ oder „homophobe“ Ecke stellt.

    1. Hartmut Rus

      Hallo Andreas,

      die Anliegen und Unterstellungen der besorgten Eltern sind so abstrus, gerade was das Thema Frühsexualisierung betrifft, das nicht nachvollziehbar ist.

      Hier in Sachsen werden keine Pornos in Aufklärungsunterricht gezeigt. Weder im Kindergarten noch in der Grundschule. Auch werden keine Sexualpraktiken in der Schule vorgeführt, um die Kinder zum sexuell frühreif zu machen.

      Deswegen war die Beteiligung von Eltern bei Ihrer Veranstaltung auch so klein. Sie offebarten sich bei Ihrer Demo eher als Handlanger des Compact Verlags, der sich doch einer fragwürdigen Propganda bedient, die auch gegen Homosexuelle gerichtet ist. Der Compactverlag iseht im russischen Bildungspolitik gegen Homosexuelle Vorteile, die wir nicht gutheisen können.

      Desweiteren möchte darauf hinweisen, dass die Unterstellungen ihrerseits für viel Verärgerung gesorgt hat. Es gab schon leute die über Anzeigen wegen Verleumdung nachgedacht haben.

      Bildung und kindgerechte Sexualerziehung sind notwendig, weil sich die die Natur sonst Ihre eignen Bahnen zieht und zu Zuständen wir in Bosnien führen kann. Durch kindgerechte Bildung, wie bisher im gesellschaftlichen Konsens vermittelt wird, kann unnötige Abtreibungen im Jugendalter vermieden.

      http://www.bild.de/news/ausland/schwanger/sieben-schuelerinnen-nach-klassenfahrt-schwanger-39043976.bild.html

      Ich wünsche Ihnen ein frohes neues Jahr

      Hartmut Rus

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