CSD Leipzig menschenrechtspolitisch fokussiert

CSD LeipzigAnlässlich des Christopher Street Day (CSD) in Leipzig erklärt Hartmut Rus, Mitglied im Vorstand des LSVD Sachsens:

Ein aktionsreiches Wochenende liegt hinter uns. In Leipzig feierten wir den Christopher Street Day (CSD) und dieser war ein voller Erfolg: schönes Wetter, nette Besucherinnen und Besucher, gute Gespräche. Die Neugierigen an unserem Stand interessierten sich vor allem für menschenrechtspolitischen Themen.
Ein wichtiger Schwerpunkt wurde durch die BotschafterIn des Leipziger CSD 2013, Lucie Veith, gesetzt, die den Vorsitz im Verein Intersexuelle Menschen e. V. inne hat. Sie wies auf das Leid intersexueller Menschen hin, die durch Ärztinnen und Ärzte bereits im Säuglingsalter gegen Ihren Willen genital verstümmelt werden und so später häufig Ihre Sexualität nicht mehr ausleben können:

„Intersexuelle sind Menschen, deren Geschlechtsmerkmale nach biologischen Maßgaben nicht „eindeutig“ in die Geschlechtskategorien Frau/Mann eingeordnet werden können. Oft werden diese Menschen auch als Menschen mit DSD, mit einer Variante der geschlechtlichen Differenzierung, als  Hermaphroditen, Zwitter oder zwischengeschlechtliche Menschen bezeichnet. Diese Menschen werden bis zum heutigen Tage in der Regel bereits im Säuglingsalter mit geschlechtszuweisenden Operationen und Medikamenten „behandelt“ , ohne dass sie jemals die Möglichkeit des Einspruchs ob Ihrer Geschlechtszuweisung erheben können. Dies ist ein menschenrechtliches Vergehen.“ (mehr unter: http://www.csd-leipzig.de/botschafterin.html )

Der Marktplatz von Leipzig hat sich als idealer neuer Treffpunkt und Veranstaltungsort herausgestellt, der sehr gut gefüllt gewesen ist. Leider gab es am Rande der Veranstaltung aber auch negative Vorfälle. So wurde über Nacht von Unbekannten die Regenbogenfahne vor dem Rathaus gestohlen und uns als LSVD wurde berichtet, dass in einer Seitenstraße eine Gruppe von Ausländer, Passanten mit Sprüchen wie „Na? Du Tunte!“ belästigt haben sollen.

Dieser zuletzt genannte Vorfall ist ein deutliches Zeichen das Toleranz und Aufklärung überall vorangebracht werden muss. Menschen anderer Rasse, Sprache, Heimat oder Herkunft werden häufig selbst ebenfalls Opfer von Ausgrenzung und Gewalt, genauso wie wir Lesben, Schwule, Bi- und Transsexuelle, Transgender und Intersexuelle (LSBTTI). Auch in Leipzig gibt es noch immer Orte und Zeiten, an denen sich diese Menschen nicht ungestört oder allein, geschweige denn frei, auf der Straße bewegen können. Dagegen sollten wir gemeinsam vorgehen!

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